Ergotherapie bei Menschen im Kindes- (und Jugend-) Alter

Es gibt viele mögliche Ursachen, die bereits in jungen Jahren zu Schwierigkeiten in der erfolgreichen Bewältigung der Alltagsanforderungen führen können.


Dies können körperliche (z.B. rheumatische Erkrankung, Halbseitenlähmung) oder geistige (z.B. Down Syndrom) Einschränkungen sein. Hier bieten wir Hilfe und Unterstützung z.B. für den Lebensbereich der Selbstversorgung an (z.B. An- Ausziehen, Essenszubereitung, Zähne putzen), indem beispielsweise Hilfsmittel erprobt und/oder Bewegungsabläufe eintrainiert, Handlungsstrategien und -planungen erarbeitet, kognitive und feinmotorische Fähigkeiten gefördert werden. Eine weitere Ursache, die zu einer ergotherapeutischen Behandlung führen kann, ist eine Entwicklungsverzögerung oder so genannte Wahrnehmungsstörung auf dem Boden einer sensorischen Dysbalance. Diese kann im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung (U-Untersuchung) festgestellt werden. Betroffene Kinder fallen meist auch im Kindergarten / in der Schule auf, weil sie sich im Vergleich zu ihren Altersgenossen ungleich schwerer tun, die an sie gestellten Anforderungen zu erfüllen.

Einige Störungen, wie z.B. Masern, Knochenbrüche oder Fehlsichtigkeit, sind offensichtlich. Andere jedoch, die z.B. mit schlechtem Lernvermögen oder Verhaltensauffälligkeiten einhergehen, sind nicht leicht erkennbar.“ (Jean Ayres, 1984) Jean Ayres war eine amerikanische Psychologin. Sie hat die sensorische Integrationstherapie entwickelt.

Dieser Therapieansatz bildet einen wichtigen Eckpfeiler in meiner Arbeit mit Kindern.

Die Schilderung des folgenden fiktiven Falls soll diese Zusammenhänge in Bezug zu meiner ergotherapeutischen Tätigkeit verdeutlichen (aus: www.dachs.it/de/kap-2.php):

Der 7-jährige Tobias steht in der Schule unter Druck. Er wirkt in seinen Bewegungen ungeschickt, kann sich nur kurze Zeit auf eine Tätigkeit konzentrieren und hat Probleme im Umgang mit anderen Kindern. Er hat Schwierigkeiten, seine Sinneseindrücke zu ordnen und wird leicht abgelenkt. Diese Situation belastet ihn und sein Umfeld.“ In der Ergotherapie wird eine umfassende Befunderhebung durchgeführt, in der die körperlichen, kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten des Jungen erhoben werden. Die anschließende Maßnahme, in der Regel als sensomotorisch-perceptive Behandlung verordnet, führt dazu, dass das Kind „seine Aufmerksamkeit dem Entwicklungsstand entsprechend besser fokussieren und seine Wahrnehmungsfunktionen sowie die Motorik gezielter steuern kann.“ Eine Beratung der Eltern und des Lehrers durch uns stellt sicher, das in der Therapie Erlernte zu Hause und im Unterricht anzuwenden. „Durch diese Maßnahme kann sichergestellt werden, dass Tobias in seiner Schulklasse integriert bleibt.“

Häufig gesteckte Ziele und Schwerpunkte unserer Arbeit mit den jungen Menschen sind also:

  • Verbesserung des groß- und feinmotorischen Geschicks
  • Verfeinerung des Koordinationsvermögens
  • Gezielte Hinführung zu einer angemessenen Gleichgewichtsverarbeitung, um Lern-, Leistungs- und Verhaltensschwierigkeiten entgegenzuwirken
  • Förderung von Konzentration, Ausdauer und Motivation / Lernwillen 
  • Anhebung des Selbstbewusstseins sowie der sozialen Kompetenzen.


Die Kinder sind die eigentlichen Lehrmeister für mich. Sie beeindrucken mich durch ihre Kreativität, Aufrichtigkeit und ihren Willen zu wachsen sowie durch ihre Strategien, um mit sich und der Umwelt und ihren jeweiligen Bedingungen im Einklang zu leben.