Mein Dank an...

Ich danke allen Kindern, Erwachsenen und Senioren, von denen ich so viel gelernt habe...

Kürzlich begegnete ich einem Jungen, der vor einigen Jahren
bei mir Ergotherapie hatte, in einem Supermarkt am Pfandflaschenautomaten. Unsere Blicke kreuzten sich, wir erkannten uns. Doch war klar, dass wir uns nicht mit Namen ansprechen konnten. Die Therapie war wohl zu lange her. Um die unklare
Stimmung aufzubrechen, sprach ich ihn recht locker mit:

"Na, wie geht es Dir denn?" an. Darauf blickte er erst verlegen zur Seite, schaute mich dann unverwandt an und fragte: "Sag mal, kennst Du eine Frau Nowak?" Ich erwiderte lachend: "Ja! Die steht vor Dir." (Es war unwichtig ihm mittzuteilen, dass ich jetzt Frau Bleiming heiße.)

Ich frage Jannis, 6 Jahre alt, ob er denn Sport mache und in einem Verein sei. Stolz erwidert der Junge: "Ja, ich spiele Fussball im SG... "Wir sind echt gut - Aber wir verlieren immer!" (Das nenne ich die richtige Einstellung.)

Ich nenne ihn mal Timo. Also Timo, 6 Jahre alt, entdeckt beim Blick aus dem Fenster in den großen Garten ein Eichhörnchen und ruft freudig: "Guck mal, Frau Bleiming. Da ist ein Eichhörnchen! Das sind meine Lieblingstiere. "Ich will Timo die heimische Fauna näher bringen, indem ich ihm erkläre, dass diese Tiere nicht nur putzig, sondern auch Nesträuber sind und unter anderem Jungvögel auf ihrem Speiseplan stehen haben. Daraufhin schaut Timo mich erschrocken an und entgegnet mit fester Stimme: "Nein. Eichhörnchen sind Vegetarier!"

Als ich eines Vormittags die Mutter von Silvia (9 Jahre alt) wegen einer Terminabsprache anrufe, habe ich ihre Tochter am anderen Ende der Leitung und sage erstaunt: "Hallo Silvia! Du bist ja gar nicht in der Schule!?" Silvia erwidert, nicht weniger erstaunt: "Woher weißt Du das, Frau Bleiming?"

Die Mutter von Jonas erzählt mir, dass ihr Sohn in osteopathischer Behandlung gewesen sei, da er Blockaden in Wirbelgelenken gehabt habe.
Jonas lauscht eine Zeit lang aufmerksam, mit ernstem Gesicht unserem Gespräch, bis er sich schließlich meldet, um mir diese komplexen medizinischen Zusammenhänge mit seinen Worten zu erklären:
„Weißt Du, Frau Nowak (jetzt: Bleiming), das war nämlich so: Zuerst war ich windschief. Da konnte ich ganz schnell rennen. Jetzt bin ich windschnittig, aber ich kann nicht mehr so schnell rennen!“

Jan, 4 Jahre alt, ist mit seinem Vater in der Ergotherapiestunde. Seine Aufgabe besteht darin, eine Leiter zu erklimmen, von mir die Turnstange entgegen zu nehmen, um sich, an ihr hängend rüber zu schwingen und auf der großen Brettschaukel zu landen. Diese Landungen unterstützt sein Vater. Beide haben großen Spaß an der sportlichen Herausforderung, und Jans Vater ist sichtlich stolz auf seinen mutigen Sohn.Nach einer gewissen Zeit frage ich Jan: „Sag mal, Jan, hast Du denn überhaupt noch Muckis? Das ist ja auch mal anstrengend, wenn Du an der Turnstange immer zum Piratenschiff rüber fliegst. “Jan schaut mich ganz ernst an, bevor er mir folgendes antwortet: „Ja, ich hab noch Muckis. “Dann streckt er einen Zeigefinger in die Luft und erklärt weiter: „Aber ein Mucki ist schon auf. Aber wenn ich einmal schlafe und morgen wieder aufwache, dann ist der Mucki wieder da!“

Ich muss wegen einer Terminänderung bei Marks Eltern anrufen. Mark, 5 Jahre alt, nimmt den Hörer ab. Nach der Begrüßung teilt er mir mit, dass seine Mutter unten bei den Hunden sei und sein Vater schlafe. „Na, Deinen Vater musst Du deshalb nicht wecken, Mark. Ich rufe dann später noch einmal an.“, erwidere ich. Daraufhin sagt Mark: „Ja, gut Frau Nowak (jetzt: Bleiming). Aber wenn Du wieder anrufst, kannst Du dann bitte leiser klingeln, damit Du meinen Vater nicht weckst?“ Selbstverständlich versprach ich es ihm. :)

Hier noch ein Kompliment der etwas speziellen Art, das mir ein erwachsener Klient machte:
Ein selbständig tätiger Handwerker war in meiner Praxis zur Behandlung seiner verletzten und mehrfach operierten Hand. Diese (Behandlung) hat ihm wohl so gut gefallen, dass er mir zum Ende der Therapie sagte: "Mensch, Frau Nowak (jetzt: Bleiming), ich fand das richtig gut bei Ihnen. Wenn ich mal einen Schlaganfall habe, komme ich auch wieder hier hin!"
In der dunklen Jahreszeit habe ich oft die große runde Gartenleuchte, die vor den Rhododren steht/liegt, eingeschaltet. Diese entdeckte ein Kind beim Blick nach draussen und sagte ganz verwundert: "Frau Nowak (jetzt: Bleiming), bei euch liegt der Mond im Garten."